
Berufskrankheiten – Wenn Stress krankmacht
Dass Arbeit krankmachen kann, ist keine ganz neue Erkenntnis. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat das Wort Berufskrankheit eine ganze neue Bedeutung bekommen. Durch den zunehmenden Arbeitsdruck in den westlichen Industriestaaten und dem damit verbundenen Stress sind berufsbedingte Krankheiten längst zur Volkskrankheit avanciert. Mehr als 20.000 Menschen erkranken in den deutschsprachigen Staaten jährlich an einer berufsbedingten Krankheit, Tendenz steigend.
Unter Berufskrankheiten versteht man durch besondere Einwirkungen bei einer versicherten Tätigkeit entstandene Leiden. Besonders häufig sind Hautkrankheiten, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und Erkrankungen durch anorganische Stäube, dazu gehört etwa Asbest.
Berufskrankheiten sind in speziellen Verordnungen der Bundesregierung festgelegt und eindeutig bestimmt. Der Gesetzgeber entscheidet, welche Krankheiten in diese Liste aufgenommen werden. Man unterscheidet grob die folgenden Kategorien:
-durch chemische Einwirkungen verursacht
-durch mechanische Einwirkungen verursacht
-durch Infektionskrankheiten oder Parasiten verursacht Krankheiten
-Erkrankungen der Atemwege und Lungen
-Krankheiten sonstiger Ursachen
So können Bäcker irgendwann in ihrem Berufsleben an einer Mehlallergie erkranken, die es ihnen unmöglich macht, ihrem Beruf weiterhin nachzugehen. In so einem Fall spricht man auch von Berufsunfähigkeit.
Im Zusammenhang mit Berufskrankheiten werden auch die psychischen Leiden immer bedeutender. Chronische Überarbeitung, zu hohe Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit und der Wunsch perfekt zu sein, können schnell in einem Burn-out-Syndrom oder Depressionen enden. Wenn Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage sind, nach einem anstrengenden Tag abzuschalten, hat der Körper keine Gelegenheit mehr, zur Ruhe zu kommen und die Batterien aufzufüllen. Die Betroffenen entwickeln Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und Verspannungen. Zudem ist da dieses ständige Gefühl, versagt zu haben. Körperliche Erschöpfung, gepaart mit Traurigkeit über die eigene Unzulänglichkeit sind eine gefährliche Kombination, die mitunter sogar im Selbstmord des Betroffenen endet. Im Internet können Menschen, die jeden Tag stark beruflich gefordert sind, überprüfen, ob sie gefährdet sind, an einem Burn-out-Syndrom zu erkranken. Dann heißt es, die Notbremse zu ziehen. Neben der Reduzierung der Arbeitslast müssen die Betroffenen auch lernen, effektiv mit Stress umzugehen. Verschiedene Entspannungstechniken können dabei helfen.
