
Gehälter – Wieviel verdient mein Nachbar?
Das Gehalt ist der Lohn für geleistete Arbeit. Soweit so gut, doch leider sind die wenigsten Arbeitnehmer auch mit ihrem tatsächlichen Lohn zufrieden. Viele sind überzeugt, für ihre Arbeit eine höhere finanzielle Entschädigung zu verdienen. So mancher wünscht sich die Millionen eines Michael Schumachers oder eines Tom Cruise. In den Zeiten des Internets verstärkt sich dieser unbewusste Neid sogar noch. Bei Online-Gehaltschecks kann jeder ganz leicht herausfinden, was der Nachbar so verdient. Missgunst und latenter Hass sind da schnell an der Tagesordnung.
Fakt ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinanderklafft. Arbeitsexperten fordern, gegen die Lohnungleichheit vorzugehen. Während die Einen mit einem Hungerlohn am Existenzminimum leben und weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, machen es sich die vielzitierten Manager und Banker in ihrer 300-qm-Penthouse-Wohnung gemütlich. Soziale Gerechtigkeit sieht sicher anders aus.
Die Online-Gehaltsvergleiche sind aber durchaus auch positiv zu bewerten. So können sie eine gute Grundlage für anstehende Gehaltsverhandlungen mit dem Chef sein. Damit es mit mehr Geld auch klappt, müssen jedoch einige wichtige Regeln beachtet werden. So sollte der Arbeitnehmer zwar selbstbewusst aber nicht arrogant auftreten, ein bisschen Eigenwerbung ist sicher nie falsch, übertriebenes Gehabe hingegen kann fatal enden. Nun geht es an eine geschickte Argumentation, die den Chef von den eigenen Fähigkeiten und Leistungen der vergangenen Monate überzeugt. Welche finanziellen Vorteile habe ich für die Firma erbracht, welche neuen Aufgaben habe ich erfolgreich übernommen und wie habe ich mich im Sinne des Betriebs weitergebildet. Fakten und Zahlen unterstützen die Argumentation. Es empfiehlt sich während des gesamten Gesprächs ruhig und sachlich zu bleiben, mögliche private Probleme müssen außen vorbleiben, damit der Chef nicht unter Umständen ein negatives Bild von Ihnen erhält. Arbeitnehmer, die mehr Geld wollen, sollten sich vor dem entscheidenden Gespräch klar werden, wieviel mehr sie in der nächsten Lohntüte haben möchten, um in der Lage sein zu können, Kompromisse zu schließen.
Selbst bei einem Nein ist noch nicht alles verloren. Denn, wenn man sich die Argumente des Chefs gut merkt, kann man in ein paar Monaten vielleicht eher den Erwartungen des Vorgesetzten entsprechen.
