Büstenhalter – Von der Kunst der aufreizenden Verpackung

Es ist eine Kunst, die nur von wenigen Männern perfekt beherrscht wird: das geschickte und schnelle Öffnen eines Büstenhalters. Während manche minutenlang am Verschluss herumnesteln, ohne an den begehrten Inhalt heranzukommen, haben sich einige wenige zu Meistern der BH-Öffnungs-Kunst gemausert. Sicherlich eine Fähigkeit, die bei der Damenwelt hoch im Kurs stehen dürfte.
Das stützende Kleidungsstück, das heute für viele Frauen so selbstverständlich geworden ist, war im Laufe der Jahrhunderte vielen Wandlungen unterworfen. Die ersten Modelle kamen bereits im alten Griechenland zum Einsatz, im 19. Jahrhundert waren sogenannte „Brustleibchen“ in Mode. Der BH, wie wir ihn heute kennen, wurde 1889 von der Französin Herminie Cadolle patentiert. Als offizielle Erfinderin jedoch gilt eine andere: Mary Phelps-Jacobs, die ihren Entwurf an die Warner Brothers Corset Company verkaufte und den Grundstein für die industrielle Fertigung legte.
Heute sind BHs in endlos vielen Varianten erhältlich, vom verspielten Blümchen-Halter mit raffinierter Spitze über den formenden Bügel-BH bis hin zum Push-up-Bra, der im Handumdrehen aus einem unauffälligen B-Körbchen ein aufreizendes C-Cup zaubert. Die Modelle sind so individuell wie die zu verpackenden Frauenkörper. Legendär sind solche Modelle wie Madonnas goldenes Korsett inklusive eingearbeitetem BH in Kegelform oder der Rekord-BH mit einer unglaublichen Größe von 56WW, übrigens getragen von Norma Stitz. Ganz ohne stützendes Unterwäsche-Stück kamen die Grazien von Hugo Balders peinlich-erotischer Abend-Show „Tutti Frutti“ aus. Auch viele alternativ eingestellte Frauen lassen ihre Brüste lieber an die frische Luft. Vielleicht ist dies sogar die gesündere Alternative, denn Forscher gehen davon aus, dass langes BH-Tragen zur Entwicklung von Brustkrebs führt. Bewiesen ist diese Hypothese aber bislang nicht.
Modelle gibt es viele, leider wählen Frauen sehr häufig nach Gefallen und Optik und weniger nach ihrer Größe aus. Für viel zu viele Frauen – Experten gehen von 70 Prozent aus – ist die eigene BH-Größe ein Mysterium. Dabei ist es so leicht, nach dem Modell zu greifen, das optimal sitzt. Zunächst muss mit dem Maßband der Umfang unter der Brust genommen werden. Diese Zahl wird entweder auf- oder abgerundet, da BH-Größen nur in 5-er Schritten angegeben werden. Nun wird das Maßband quer über die Brust gelegt, etwa in Höhe der Brustwarzen. Die Differenz zur vorher ermittelten Unterbrustweite gibt die Größe des Cups an.