Erziehung – Ratgeber für Problemfälle


Ob nun Dr. Spock oder die Super-Nanny – sie sind meist die letzte Hilfe, wenn zuhause ein sogenanntes Problemkind für schlaflose Nächte sorgt. Tobsuchtsanfälle an der Supermarktkasse, die erste Zigarette mit 11 oder Schulschwänzer – alles typische Fälle, in denen Eltern scheinbar versagt haben.

In Sachen Erziehung herrscht bei den meisten eine – verständlicherweise – große Unsicherheit. Besonders bei Neulingen, die nur über Erfahrungsberichte von Freunden und Bekannten verfügen, stellt sich schnell Ratlosigkeit ein, wenn der Spross außer „Nein“ kein anderes Wort mehr sagen möchte. Früher oder später wird sich sicher für so manchen Elternteil die erlösende Erkenntnis einstellen, dass keiner perfekt ist. Bs dahin ist es leider ein langer und steiniger Weg.

Eltern, die auf die jahrelange Erfahrung von Pädagogen vertrauen möchte, haben die Wahl zwischen verschiedenen Erziehungsstilen. Beim „Laissez-faire“- Stil sollen dem Kind viele Freiräume gewährt werden, sodass es in der Lage ist, schon sehr früh eigene Entscheidungen zu treffen. Dieses Vorgehen bedeutet aber nicht, dass das Kind keinerlei Grenzen benötigt. Recht ähnlich scheint der antiautoritäre Erziehungsstil, der in den 1960er Jahren seinen Ursprung hat. Er beruht auf der Idee, das Kind zu einem selbstständigen, kreativen und konfliktfähigen Wesen zu erziehen. Heute findet am dieses Konzept noch im Mädchenunterricht, im Kinderladen oder in freien Schulen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass das Kind im Leben am besten zurechtkommt, wenn Eltern einen demokratischen Erziehungsstil verfolgen. Hierbei werden dem Nachwuchs zwar Grenzen gesetzt, es soll aber gleichzeitig die Selbstständigkeit gefördert werden.

Weitere Ansätze bestehen in den Ideen bekannter Pädagogen, etwa denen Rudolf Steiners oder Maria Montessori. In den von Steiner gegründeten Waldorfschulen werden nach dem anthropologischen Konzept der Dreigliedrigkeit des Menschen künstlerische, handwerkliche und intellektuelle Fähigkeiten des Kindes geschult. Es geht meist sehr locker und ungezwungen zu, denn Kinder werden als halb fertige Erwachsene verstanden, die zu ihrem eigenen Besten möglichst noch geschont werden sollten. Die Montessori-Pädagogik hingegen bewertet Kinder als Baumeister, die zu Akteuren ihres eigenen Lebens werden.