Depression – wenn Traurigkeit zur Krankheit wird

 

Jeder hat sie schon einmal gehabt – traurige Gefühle. Ob es sich dabei nun um Liebeskummer, den Schmerz über den Verlust eines nahen Angehörigen oder den Tod des Haustiers handelt, solche negativen Gefühle sind völlig normal und meist nur vorübergehend. Besonders in den kalten Wintermonaten stellt sich bei vielen Menschen eine bleierne Müdigkeit ein, die sich mit Schlaf nicht stillen lässt. Der Mangel an Tageslicht und die ungemütlichen Wetterbedingungen schlagen den Menschen aufs Gemüt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Winterblues“.


Wenn solche Gefühle von Niedergeschlagenheit und allgemeiner Unlust jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen, sollte man an eine Depression denken. Diese ist durch bestimmte Symptome charakterisiert. So sind starke Stimmungsschwankungen, Antriebshemmung, Schlafstörungen und eine kontinuierliche innere Unruhe typisch für eine depressive Episode. Zudem ist die Infektanfälligkeit stark erhöht, der Betroffene leidet unter Glieder- und Kopfschmerzen, fühlt sich auch körperlich krank. Je nach Schwere der Depression kann die Erkrankung auch mit latenter oder akuter Suizidalität einhergehen. Man geht davon aus, dass ein Großteil der Selbstmorde auf eine Depression zurückzuführen ist.


Man unterscheidet verschiedene Formen einer Depression. Die häufigste Ausprägung ist die Major Depression, weitere Varianten sind die unipolare Störung, Zyklothymia und bipolare Störungen, bei der sich manische und depressive Phasen abwechseln.


In Deutschland sind derzeit etwa vier Millionen Menschen von einer Depression betroffen. Experten schätzen jedoch, dass etwa zehn Millionen bis zu ihrem 65. Lebensjahr eine depressive Episode erlebt haben werden.


Die Gründe für die Entstehung einer Depression sind äußerst vielfältig. Man geht mittlerweile sogar von einer genetischen Disposition aus, denn Untersuchungen an Zwillingspaaren haben gezeigt, dass Depressionen in Familien gehäuft auftreten. Hauptsächlich können aber psychosoziale Faktoren, wie der Tod eines nahen Angehörigen, traumatische Erlebnisse in der Kindheit, Isolation und soziale Vereinsamung verantwortlich gemacht werden. Daneben kann sich eine Depression auch als Begleiterscheinung einer schweren Krankheit einstellen. Parkinson-, Schlaganfall-Patienten oder Menschen mit einem stark entstellenden Leiden sind besonders gefährdet, eine Depression zu entwickeln.


Nachdem eine Depression erkannt worden ist, muss sie medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden, da sie unbehandelt zum Tod des Betroffenen führen kann. Neben der Kombination aus Antidepressiva und einer Psychotherapie zur Aufarbeitung der inneren Konflikte können bei schweren Fällen auch elektrische und elektromagnetische Stimulationen zum Einsatz kommen.