Psychose – Kontakt zum Ich geht verloren


Psychose ist ein Oberbegriff für eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, die durch einen strukturellen Wandel im Erleben des Betroffenen gekennzeichnet ist. Etwa am Ende des 19. Jahrhunderts hat sich das Gegensatzpaar Neurose-Psychose herausgebildet. Erstere ist durch eine Störung des Nervensystems charakterisiert.

Die bekannteste Form der Psychose ist die Schizophrenie, die bei etwa 0,25 Prozent der deutschen Bevölkerung in Erscheinung tritt. Beim ersten Ausbruch der Krankheit sind die Betroffenen meist zwischen 18 und 35 Jahren alt. Andere Formen sind die manisch-depressive Störung, schwere Depressionen oder Borderlinestörungen.

Als Auslöser sind verschiedene Ursachen bekannt, die sich je nach jeweiligem Typ der Psychose anders darstellen. So können verschiedene Drogen, etwa Haschisch oder Amphetamine, Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns sowie einschneidende Lebenserfahrungen zur Entwicklung einer psychotischen Episode führen. Bei nicht-organischen Psychosen (endogen) findet sich meist eine Kombination mehrerer Auslöser, so zum Beispiel Störungen des Gehirnstoffwechsels, ererbte Anfälligkeit oder psychosoziale Faktoren.

Eine psychotische Episode ist immer sehr individuell ausgeprägt, jedoch lassen sich einige sehr häufig auftretende Symptome ausmachen. Zu diesen gehört ein zeitweiliger Realitätsverlust, der oft auch mit Halluzinationen, Wahnvorstellungen und paranoiden Gedanken einhergeht. Meist erlebt das nahe Umfeld eine starke Persönlichkeitsveränderung des Betroffenen. Sein Wesen und Verhalten ist von starken Stimmungsschwankungen, neidergedrückter und trauriger Stimmung sowie Nervosität und einem Gefühl der inneren Leere gekennzeichnet. Oftmals berichten die Betroffenen auch, dass sie jegliche Gefühle verloren haben. Sie ziehen sich von ihren Freunden und dem bisher gelebten geregelten Alltag zurück, sind abweisend und interessieren sich nicht mehr für die Geschehnisse um sie herum. Auch einfachen Gesprächen kann der Erkrankte nicht mehr folgen.

Zu den wirksamsten Ansätzen einer Behandlung gehört die Gabe von Psychopharmaka (Neuroleptika), die es dem Patienten ermöglichen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie sind indes nicht in der Lage, die Erkrankung vollständig zu heilen, ein erneuter Krankheitsschub ist jederzeit möglich.