Hosen – Revolution im Kleiderschrank

 

Hosen sind bei Männern, Frauen und Kindern gleichermaßen beliebt. Das war aber noch nicht immer so. Ab wann war es für Frauen eigentlich schicklich, Hosen zu tragen? Lange wurde das Tragen von Hosen für Frauen als unschicklich angesehen. Zusammen mit der Emanzipation kam auch der Wunsch nach Röhrenjeans kaufen bei Frauen auf.


Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Radfahrerinnen Hosenröcke zu tragen – was in der Öffentlichkeit jedoch als große Provokation angesehen wurde. Bereits das Radfahren war verpönt, doch zog eine Frau auch noch eine Pumphose oder einen Hosenrock dazu an, wurde sie definitiv beäugt. Frauen in Hosen wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar der Zutritt zu Lokalen und Hotels verweigert. Nachdem sich Hosen für den Sport durchgesetzt hatten, wurden sie für einige ausgewählte Berufe Arbeitskleidung. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges setzte sich der Overall für die Frau langsam durch. Auch Frauen, die im öffentlichen Dienst arbeiteten, durften Hosen tragen.


Trug eine Frau dagegen ein sogenanntes Haremskleid, eine kleidartige Hose, musste sie mit viel, nicht immer positivem Aufsehen rechnen. Durch die negative Aufmerksamkeit, die sie erzeugten, waren die Hosenkleider nur eine kurzlebige Mode.


Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ging man davon aus, dass die Hosen bald wieder von der Bildfläche verschwunden sein würden. Aber mittlerweile hatten die Frauen sich zu sehr an die bequemen Damenhosen gewöhnt. Da im darauffolgenden Zweiten Weltkrieg Hosen bei Frauen wieder nicht kritisch hinterfragt wurden, könnte man meinen, die Damenhose wäre nun endlich in Deutschland angekommen.


Doch weit gefehlt: Bis in die Sechziger Jahre wurden an vielen Schulen Mädchen in Hosen nicht gern gesehen, erst zum Ende der Sechziger wurden Frauen in Hosen nicht mehr schief angeguckt. Der Hosenanzug kam durch Yves Saint Laurents’ Damensmoking in Mode. Trotzdem: Der Muff der alten Tage war noch nicht ganz verpufft: Der damalige Bundestagsvizepräsident Richard Jäger von der CDU erklärte 1970 (!) er würde Frauen im Hosenanzug Redeverbot erteilen. Heute hätte er damit keine Chancen mehr: Frau Merkel trägt vornehmlich Hosenanzug – auch und gerade im Hohen Hause des Bundestags.