
Baggy Pants – Hosen hoch für Moral und Anstand
Baggy Pants ist der weitverbreitete Begriff für extrem weite Hosen, die so tief sitzen, dass meist ein großer Teil der Unterhose sichtbar ist. Sie entspringen der Hip-Hop-Kultur und existieren seit den Neunziger Jahren. Die Baggy Pants scheinen auf eine Technik in US-amerikanischen Gefängnissen zurückzugehen: Häftlingen wird verboten, Gürtel zu tragen, um sie so leichter durchsuchen zu können und um Selbstmorde zu verhindern. Entlassene Ex-Insassen trugen diese Hosen auch außerhalb der Gefängnisse und brachten den Trend so in die Hip-Hop-Kultur, deren Gangster-Rapper möglichst gefährlich wirken wollen. Von hier an begann der Siegeszug der Baggy Pants: Gerade in Trendsportarten wie Skateboarding und Snowboarding sind die weiten Hosen nicht mehr wegzudenken.
Der kleine Ort Delcambre in Louisiana droht bei Entblößung sogar mit bis zu einem halben Jahr Haft oder einer Geldstrafe von 500 Dollar. Andere Städte sind weniger rabiat, hier werden für „Straftäter“ Beratungen über Anstand fällig. In anderen Städten wird der Ruf nach sogenannten “belt brigades”, also “Gürtelpatrouillen” laut, die die Straßen nach Baggy Pants-Trägern durchforsten sollen. In manchen Orten, vor allem in Louisiana, existieren Verbote bereits.
Mittlerweile tragen zwar auch viele Jugendliche aus der Mittelklasse und weiße Kids Baggy Pants, doch laut verschiedenen Bürgerrechtsorganisationen richten sich die Verbote vor allem gegen schwarze Jugendliche aus sozial schwachen Gegenden.
Der designierte US-Präsident Barack Obama spricht sich derweil ebenfalls gegen Baggy Pants aus. Er hält eine Gesetzesregelung für reine Zeitverschwendung, sagt aber gleichzeitig, dass fremde Leute meist nicht die Unterhosen anderer sehen wollten, er gehöre jedenfalls dazu. Für ihn gäbe es wichtigere Themen, wie die Beendigung des Irakkrieges oder die Verbesserung der Schulsysteme, trotzdem fordere er Baggy Pants-Träger dazu auf, die Hosen hochzuziehen – aus Respekt vor den Müttern und Großmüttern.
