Kochen – Ran an den Kochlöffel

 

Kochen auf allen Kanälen – derzeit kann man den Fernseher zu jeder Tages- und Nachtzeit einschalten. Irgendwo läuft sicherlich gerade eine Kochshow. Ob es nun darum geht, wer ein möglichst großartiges Menü zaubert, oder wer schneller und besser kocht, ein Spitzenkoch oder der Lieferservice – alles wird durch das Fernsehprogramm abgedeckt. Köche sind die neuen Stars. Espressomaschinen die Statisten. Ob altgediente Sterneköche wie Johann Lafer und Alfons Schuhbeck oder die „Neuen Wilden“ wie Tim Mälzer und Kolja Kleeberg – alle haben den Status von Prominenten erreicht. Auch im Buchhandel werden die Regale mit Kochbüchern überschwemmt. Jede Sparte wird bedient: Ob Kochen mit Lebensmitteln aus dem preiswerten Discounter, abseitige Länderküche, wie burmesische Rezepte, oder Geschirr – zu jedem Thema gibt es das passende Buch.

Wer sich entschließt in das Kochvergnügen einzusteigen hat die Qual der Wahl.
Kochbücher in allen Preisklassen gibt es zu Hauf. Das Internet ist voll von
Rezeptseiten. Aber welche Rezepte sind für den Koch-Einsteiger am Besten
geeignet? Können sich Chefköche und Sterneköche überhaupt vorstellen welche
Hürden sich einem Hobbykoch entgegen stellen? Rezeptseiten von Hobbyköchen,
die ihre Rezepte ins Internet stellen und sie auch noch durch ein Forum
unterstützen, können dem Koch-Einsteiger viele Enttäuschungen ersparen.

Durch das gesteigerte Interesse an Küche und Kochen gibt es auch ein größeres Bewusstsein für gesundheitsbewusstes Kochen und Genießen. Selbst große deutsche Fastfoodketten setzen heute auf angeblich gesündere Alternativen zu Pommes und Burgern. Auch Fertiggerichte lassen sich mit Schlagwörtern wie „Wellness“ oder „gesundheitsbewusst“ gut an den Mann bringen.


Aber kochen die Deutschen heutzutage wirklich mehr als früher? Definitiv ist es heute einfacher, auf seine Ernährung zu achten, als noch vor zwanzig Jahren. Denn generell ist das Wissen um Dickmacher und Kalorienbomben viel höher als noch vor wenigen Jahren. Auch gibt es eine Rückbesinnung auf alles Hausgemachte. Dadurch hat das Kochen und Backen seinen altmodischen Ruf abgelegt. Wer sich heute mit Ernährung auskennt und weiß, wie man einen leckeren Krustenbraten zubereitet, gilt nicht mehr als Hausmütterchen, sondern ist auf der Höhe der Zeit. Plötzlich ist es in, sein Pesto selbst herzustellen. Immer mehr stigmatisiert werden dagegen Fertigprodukte-Liebhaber. Wer früher höchstens neidische Blicke erntete, wenn er seinen Cheeseburger in der Öffentlichkeit verspeiste, kann sich heute auf Vorträge über gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe oder die Schädlichkeit von Massentierhaltungen gefasst machen. Fazit: Das Kochen wird zentraler im Leben der Deutschen – zuerst auf den Mattscheiben, dann hoffentlich auch in der Küche.

 

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