Rap - vom Ghetto bis ins Nobelviertel


Rap ist eine Musikrichtung, die auch in Deutschland immer populärer wird. Vor Jahren nur in eher unterprivilegierten Gesellschaftsschichten salonfähig, hört heute auch gerne das reiche Vorstadtkind auf seinem Handy Aggro Berlin. Doch woher kommt dieser Stil? Wo liegen die Wurzeln, und wer hat Rap nach Deutschland gebracht? Welche Sub-Genres gibt es?

Rap wurde in den afroamerikanischen Ghettos der amerikanischen Großstädte, besonders New York, geboren. Als Teil der bereits bestehenden Hip-Hop-Kultur bildete sich Ende der 1960er Jahre der Sprechgesang heraus, als DJs anfingen, ihre Kommentare zu den aufgelegten Songs in Reimform vorzutragen. Als erste erfolgreiche Stücke werden heute vor allem „Rapper's Delight“ von der Sugar Hill Gang sowie „The Message“ von Grandmaster Flash And The Furious Five angesehen.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich Rap ständig weiter. Während der Schwerpunkt in den achtziger Jahren aufgrund von Künstlern wie Run-DMC oder LL Cool J weiter in New York blieb, verlagerte sich der Schwerpunkt im nächsten Jahrzehnt zunehmend an den Pazifik, genauer gesagt nach Los Angeles. Gruppen wie N.W.A. machten ihrem Ärger über soziale Ungerechtigkeit in ihrer Musik Luft und sprachen damit eine ganze Generation an. Der sogenannte Gangster Rap war geboren.

1992 wurde dann auch der erste deutschsprachige Rap-Tonträger veröffentlicht: „Fremd im eigenen Land“ der Band Advanced Chemistry. Später etablierten sich die Fantastischen Vier sowie eine Gruppe von Künstlern aus Hamburg, die sich besonders durch entspannte und witzige Texte auszeichnete. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Schwerpunkt in Deutschland hingegen eher nach Berlin verlagert.

Unzählige Sub-Genres wurden über die Jahre entwickelt. Einige davon sind Conscious Rap (primär aus New York; Geschichten über das harte Leben in den Ghettos, Sozialkritik), Gangster Rap (Ausgangspunkt Los Angeles; gewaltverherrlichend, tabulos), Acid Rap (aus Detroit; Einflüsse aus anderen Genres, besonders Rock, ebenfalls tabulos) oder auch Party Rap.