
Pullover – Ausdruck der eigenen Persönlichkeit
Ob dünn oder dick – Pullover gehören in jedem Kleiderschrank einfach dazu. Ob man die Pullis aus schnöder Baumwolle, edlem Kaschmir, feiner Seide oder kuscheliger Schurwolle bevorzugt, kann jeder selbst entscheiden. Der Begriff kommt aus dem englischen, vom Verb pull over, bedeutet wörtlich also in etwa „Überzieher“. Für jeden Stil ist etwas dabei.
Mit dem Schnitt, der Farbe und dem Material des gewählten Pullovers sagt man jedoch manchmal Einiges über sich aus. Sieht man beispielsweise jemanden im grob gestrickten Norwegerpulli, ist oft die erste Assoziation „Öko“ oder „Linksalternativ“. Gerade in den Siebzigern und Achtzigern waren die Norwegerpullover angesagt. Trägt jemand dagegen einen feinen Kaschmirpullover, womöglich noch mit einem kleinen Designerlogo auf der Brust, ist man an die konformistischen Popper der Achtziger erinnert.
Ein schwarzer Rollkragenpullover lässt den Träger intellektuell erscheinen – schließlich wird er typischerweise mit Existenzialisten wie Jean-Paul Sartre in Verbindung gebracht. Heute wird er insbesondere im akademischen Milieu getragen und gilt, gerade in Verbindung mit Jackett als eine Alternative zum Hemd mit Krawatte.
Mit der DIY-Bewegung wurde auch das Stricken von jungen hippen Großstädterinnen wiederentdeckt. Kann man also einen selbstgemachten Pullover vorweisen, gilt das als Statussymbol der besonderen Art. Handgemachtes drückt aus, dass man Wert auf Qualität legt und Wert auf individuelle Kleidung legt. Das Öko-Image haftet strickenden Frauen und Männern heute also wahrlich nicht mehr an.
Zu den Pullovern gehören auch die Sweatshirts, die sportlichen, moderneren Brüder der Wollpullover. Sweatshirts, ob mit oder ohne Aufdruck, gehören in vielen Szenen dazu. Gerade zum Hip-Hop gehören Sweater, meistens oversized, also in eigentlich zu großer Größe, dazu. In der linksautonomen Szene sieht man viele schwarze Sweater, insbesondere mit Kapuze. Auch Hooligans tragen oft dunkle Kapuzenpullis, da man dadurch am Kopf bereits ein wenig vermummt ist und für Polizisten schwerer zu identifizieren ist. Aber auch in der Skaterszene ist das legere Sweatshirt beliebt.
