Ökomode - umweltfreundlich kleiden

Kleidung dient dem Menschen als eine Art künstliche Hülle. Sie hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entsprechend den Wechselbeziehungen zwischen den Menschen untereinander und der sie umgebenden Umwelt entwickelt. Neben ihrer funktionellen Aufgabe als Schutz vor Witterungseinflüssen, ihrer psychologischen Funktion in der Mode, ihrer immer weiter zunehmenden sozialen Bedeutung, hat die Bekleidung auch wirtschaftliche Bedeutung. Die Textil- und Bekleidungsindustrie hat in Deutschland eine große Tradition. Mit einer Exportquote von über 40% zählt sie zu den führenden Industriezweigen in Deutschland und gehört zu den fünf größten Exporteuren der Welt.

In ihren Anfängen fast mitleidig belächelt und als nicht salonfähig betrachtet, wird in unserer Zeit die Ökomode immer mehr zum Ausdruck eines umfassenden ökologischen Verständnisses.
Längst vorbei ist die Zeit der Stickpullover und Wollsocken. Namhafte Designer und Hersteller liefern sich einen Überbietungswettkampf auf den weltweiten Laufstegen umweltfreundlicher Prêt-à-Porter, also der Herstellung und Präsentation von umweltfreundlichen Kleidungsstücken.

In diesem Prozess des umweltfreundlichen Kleidens ist aber auch klar geworden, dass Baumwolle, Wolle, Leinen und Seide allein nicht als Ausdruck für Umweltfreundlichkeit stehen können. Obwohl Naturprodukte, kommen bei ihrer Produktion gehäuft Pflanzenschutzmittel, künstlicher Dünger und Pestizide zum Einsatz.

Um aber auf Baumwolle und Hanf nicht verzichten zu müssen, gibt es die Option naturschonender Anbau- und Produktionsmethoden. Verzicht auf Wachstumsbeschleuniger, Gentechnik oder auch Mineraldünger sind die Gewähr für umweltfreundliche Rohstoffe. Diese wiederum sind Ausgangsbasis für ein umweltfreundliches Kleiden.
Ein Kleidungsstück ist aber nur dann umweltfreundlich, wenn neben dem Stoff auch alle anderen Bestandteile wie zum Beispiel der Druck, das Nähgarn die Knöpfe und so weiter den geforderten Kriterien gerecht werden.
Diese Kriterien sind im Öko-Tex-Standard festgelegt und gelten entlang der Wertschöpfungskette. Ein Sicherungssystem, das weltweit für Produktion und Händler gilt.
Mehr als 14 europäische und japanische Forschungsinstitute sorgen genauso wie die Kontaktbüros überall auf unserer Erde dafür, dass mit der Einhaltung dieses Standards keine umweltschädlichen Technologien und Chemikalien zum Einsatz kommen, Abwasser und Abluft die geforderten Richtwerte nicht überschreiten und Energieressourcen sparsam eingesetzt werden.

Was die Mode angeht, liegen die unter dem Mantel dieses Standards gefertigten Kleidungsstücke voll im Trend. Sie dominieren den Wettbewerb. Vollkommen egal ob für die Dame, den Herrn oder für das Kind - eine Kleidung auf der Grundlage dieses Standards entworfen, geschneidert und getragen steht für einen neuen Lebensstil.