Bustouren – Wenn die Bildungselite einen draufmacht

 

In Zeiten der Modernisierung und der Technik sind In- und Auslandsflüge schon zum Alltag geworden. Jetlag ist schon lange kein Fremdwort mehr. Doch was ist mit den guten alten Zeiten, wo man sich noch mit dem Bus zu einem Ausflugsziel begeben hat? Lange galten Bustouren als eine „Alte-Leute-Unternehmung“, doch dies ist es bei Weitem nicht mehr. Bustouren kommen wieder in Mode – die Gründe dafür sind vielfältig. Wer es anonym und ruhig mag, der sollte nie eine Bustour buchen. Diese sind nur etwas für gesellige Menschen. Jeder lernt sich auf engstem Raum kennen, eine eigene Atmosphäre entsteht. Oft werden die Bustouren auch als „Saufgelage“ missbraucht, gern gesehen bei Fußball-Fans, die sich oft schon vor beziehungsweise nach dem Spiel, wenn die Mannschaft gewonnen hat, mit der sie sich identifizieren, mit Bier volllaufen lassen. Doch nicht nur Sport-Fans wissen die Bustour zu schätzen. Auch unternehmen immer mehr Abschlussklassen weite Reisen in einem Bus. Ein besonders beliebtes Ausflugsziel der deutschen Abiturienten stellt wohl der Ort Lloret de Mar in Spanien dar. Dieses besagte Party-Paradies liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Barcelona.


Sex, Drugs and Rock `n Roll. Der Ausspruch kommt vielen bekannt vor und wird vor allem mit der Rock-Musikszene verknüpft, doch lässt sich dieses auch auf Lloret anwenden. Die Bildungselite feiert in diesem kleinen Städtchen sich selbst und kann darüber hinaus für ein paar Wochen Pisa, Studium und das restliche Leben, das sie in Deutschland zurück gelassen haben vergessen. Es zählt nur eines: viel Alkohol und schneller Sex. Wer hierherkommt, weiß in der Regel, auf was er sich eingelassen hat. Organisierte Exzesse, Alkohol-all-inclusive Angebote in Hotels, Gruppengefühl und Anonymität machen solche Erlebnisse möglich. Auch das allgemeine Angebot lockt. Auf einer Fläche von 47 Quadratkilometer lassen sich weit über 100 Bars und Discos finden, sowie 190 Restaurants. Lloret scheint den Ballermann bei Weitem zu übertreffen.