
Piercing – schmerzhafter Körperschmuck
Es gibt wahrlich angenehmere Tätigkeiten, als sich ein Piercing stechen zu lassen. Aber immer mehr Jugendliche und trendorientierte Twens entscheiden sich für den funkelnden Körperschmuck. In den 90er Jahren erlebte der schmerzhafte Körperschmuck einen regelrechten Boom. Heute ist dieser wieder etwas abgeflacht. Doch beliebt sind die Stecker und Ringe noch immer.
Fast überall am Körper lässt sich ein fesches Piercing anbringen, zu den beliebtesten Körperstellen gehören aber die Ohren, Augenbrauen und der Bauchnabel. Mit einer speziellen Nadel wird das darunterliegende Fett- und Knorpelgewebe durchstochen und anschließend mit einem Schmuckstück verziert. Die eingesetzten Kugeln oder Ringe sind meist aus 750er Gold, Platin oder Titan, bei Piercing-Neulingen kommt mitunter auch Implantatstahl zum Einsatz. Nickel kommt heute, aufgrund seines hohen Allergierisikos nur noch selten zum Einsatz.
Bereits seit vielen Tausenden Jahren ist das bewusste Durchstechen und Verzieren des Körpers als Teil kultureller Traditionen bekannt. Neben der eigentlichen Verschönerung sollten die Metallringe als Abgrenzung zu anderen Stämmen, als Opfergabe oder spirituelle Reinigung dienen. Auch als Statement gegen das Bewährte, Althergebrachte können sie – gerade in heutiger Zeit – verstanden werden. Während Piercings in den 1990er Jahren die breite Masse ansprachen, sind sie heute wieder ein Merkmal für unangepasste Persönlichkeiten, die sich bewusst von der Mainstream-Kultur abgrenzen möchten.
Wer sich ein Piercing stechen lassen möchte, muss das 18. Lebensjahr vollendet haben, vor diesem Zeitpunkt wird die Zustimmung der Eltern benötigt.
So sehr der Anblick eines Piercings auch fasziniert und teilweise auch erstaunt, die Entscheidung für den Körperschmuck sollte nicht spontan und unüberlegt getroffen werden. Vor dem Gang ins Studio sollte man sich ausreichend informieren, auch über die möglichen Risiken. Hält sich das Studio an bestimmte hygienische Maßgaben, verfügt der Piercer über Erfahrung auf diesem Gebiet? Bei falscher Technik können beispielsweise Nerven durchtrennt werden, gefährliche Blutungen oder allergische Reaktionen auftreten.
Ein Piercing muss täglich gepflegt werden, damit es sich nicht entzündet. Besonders bei solchen Exemplaren im Intimbereich ist ausreichende Hygiene Pflicht. So sollten die durchstochene Hautstelle und angrenzende Hautareale mit klarem Wasser oder desinfizierender Seife gereinigt werden, mögliche Verkrustungen können mit Seifenwasser gelöst werden.
Trotz sorgfältigem Umgang mit dem neuen Körperschmuck kann sich jedoch auch ein altes Piercing entzünden. In so einem Fall sollte es nicht herausgenommen werden, da sich der Entzündungsherd verkapseln kann. Die Folge: Wundflüssigkeit kann nicht abfließen. Geeigneter Ansprechpartner ist immer der geschulte Hausarzt oder Piercer.
