
Schulsystem – Dreigliedrigkeit oft kritisiert
Vier Jahre lang sind wir alle gleich. Mit 6 oder 7 Jahren werden Kinder in Deutschland eingeschult. Dann besuchen sie die nächsten vier Jahre die gleiche Schule. In der vierten Klasse bekommen die Zehnjährigen dann in den meisten Bundesländern eine Empfehlung, wie es für sie weitergehen soll. Die Grundschullehrer entscheiden in diesem Gutachten, welche Schulform sie für ihre Schützlinge am geeignetsten halten, also die Haupt- die Realschule, oder das Gymnasium. Es liegt jedoch letztendlich bei den Eltern des Kindes, auf welcher Schule der Zögling den neuen Lebensabschnitt beginnt.
In manchen Bundesländern gehört die fünfte und sechste Klasse auch noch zur Grundschule dazu. In den meisten Bundesländern jedoch werden die darauffolgenden zwei Jahre, also die fünfte und die sechste Klasse, als Orientierungsstufe bezeichnet. In diesen zwei Jahren soll es für Schüler besonders einfach sein, die Schulform zu wechseln. So soll leistungsstarken Realschülern beispielsweise ein problemloser Wechsel zum Gymnasium garantiert werden, genau wie leistungsschwächere Gymnasiasten leichter auf die Real- oder Hauptschule wechseln können.
Die Hauptschule geht bis zur neunten Klasse. Der Unterricht soll die Schüler hier besonders stark auf das folgende Berufsleben vorbereiten. Daher sind die Unterrichtsstunden oft sehr praxisorientiert. Gerade in den älteren Jahrgängen sind oft mehrwöchige Betriebspraktika Teil des Unterrichts. In manchen Hauptschulen gibt es sogenannte Flex-Klassen, in denen Schüler, die den Abschluss nicht geschafft haben, gemeinsam mit leistungsstarken Förderschülern unterrichtet werden, um den Hauptschulabschluss nachzumachen.
Die Realschule besucht man bis zur zehnten Klasse. Hier soll den Schülern eine erweiterte Grundbildung vermittelt werden. Auch hier geht es verstärkt um Berufswahlvorbereitung. Auch gibt es einen sogenannten Wahlpflichtunterricht, bei dem Schüler ihren Neigungen entsprechend Schwerpunkte wählen können. Das Gymnasium dauert, je nach Bundesland, entweder acht oder neun Jahre. Man schließt es mit dem Abitur ab, das Voraussetzung ist, um an einer Universität zu studieren. Das spätere Berufsleben wird hier nicht so sehr betont, wie in den zwei anderen Schulformen.
Die Gesamtschule vereint die drei weiterführenden Schulen in sich. Hier werden verschieden leistungsstarke Schüler unterrichtet. Sie wird oft als Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem betrachtet, das von verschiedenen Seiten oft als überholt kritisiert wird, da es unter anderem soziale Ungleichheit fördere.
Es ist sehr schwer, verallgemeinernde Aussagen über das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland zu treffen, da jedes Bundesland ein eigenes Schulgesetz hat. Deswegen liegen die Sommerferien von Bundesland zu Bundesland verschieden, und die Lehrpläne sind ebenfalls unterschiedlich. Auch dauert es aus diesem Grunde in manchen Bundesländern auch nur acht Jahre, bis man sein Abitur erlangt hat.
