
Konsolen – der Baukasten für Jugendliche
Jugendliche würden es vielleicht aus Scham nicht mehr so bezeichnen, aber ihre Spielkonsolen oder Bälle unterscheiden sich per Definition nicht von den Murmeln oder Kreiseln, mit denen sie als Kleinkinder gespielt haben; all dies gilt als Spielzeug. Nur wenige Jugendliche in Deutschland haben sich noch nie zu Geburtstag oder Weihnachten eine Konsole irgendeiner Art gewünscht. Gerade aufgrund der hohen Preise eignen sich diese schlecht für Bezahlungen mit Taschengeld.
Nach der Schule erstmal nach Hause kommen, abschalten, die Konsole anmachen und ein bisschen drauf los zocken – so sieht der gewünschte Mittag zahlloser Jugendlicher aus. Hausaufgaben, Müll raus bringen und so weiter werden erstmal ad acta gelegt, es gibt immerhin noch zwei Endgegner! Was die meisten Eltern zur Weißglut treiben würde, sehen die jungen Leute als ganz normal an. Tatsächlich zählt es einfach, ein gesundes Maß zu finden.
Aus dieser Kategorie fallen beispielsweise Schüler, die den Unterricht schwänzen, um im großen Kaufhaus Nintendo zu spielen – ein Phänomen, das sich über Jahre hinweg beständig gesteigert hat. Zahlreiche Beschwerden besorgter Eltern haben allerdings mittlerweile dazu geführt, dass Polizisten in größeren Städten gezielt nach Schulschwänzern suchen und diese zurück zur Schule bringen. Eine Form der Einschränkung, die sich sicherlich hätte verhindern lassen.
Wir meinen, dass sich hier ein gesundes Maß an beidem finden lassen sollte - Schule und Freizeit dürfen beide nicht zu kurz kommen. „Erzieherische Maßnahmen“ wie der Entzug von Konsolen, bis sich eine bestimmte Schulnote bessert, mögen wohl Teilerfolge erzielen können, sind generell aber nicht empfehlenswert, da sie den Jugendlichen eher zusätzlich gegen seine Eltern aufbringen.
Die Konsolen sind natürlich nicht die einzige Art von Spielzeug, die noch viele Jugendliche nutzen, schließlich sind im Grunde genommen sämtliche Ballsportarten auch nichts anderes als das Spielen mit einem Spielzeug: dem Ball.
