Basketball - auf dem absteigenden Ast?


Im Jahr 2007 erhielt Dirk Nowitzki als erster Europäer überhaupt den Most Valuable Player Award der besten amerikanischen Liga NBA, de facto also die Auszeichnung als wertvollster Basketballspieler der Welt. Ein Jahr später konnte sich der große Würzburger der Dallas Mavericks den Traum erfüllen, mit der deutschen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen. Bei der Europameisterschaft 2005 konnte die Silbermedaille errungen werden, was nach dem Gewinn der Goldmedaille 1993 den größten internationalen Erfolg der deutschen Basketballgeschichte darstellt.

Anhand dieser individuellen und gemeinschaftlichen Erfolge ist es kaum zu glauben, dass die Basketballbegeisterung im Land sogar eher abgenommen hat. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zunächst gibt es, abgesehen von Übertragungen der Spiele der Nationalmannschaft, kaum Basketball im Fernsehen. Die mediale Präsenz anderer Sportarten, nächtliche Spielzeiten aufgrund der Zeitverschiebung sowie überhöhte Forderungen der National Basketball Association (NBA) haben dazu geführt, dass sich der Kauf von Übertragungsrechten für deutsche Sender schlicht nicht mehr lohnt.

Auch die Mannschaften der deutschen Basketball-Bundesliga (BBL) tun ihr Übriges zu der schwierigen Situation: Junge Talente werden nicht ermutigt, stattdessen kaufen die Vereine etablierte Spieler aus anderen Ligen. Auf diese Weise wird natürlich nicht gerade der Eindruck vermittelt, man könnte es in diesem Sport „schaffen“. Ohnehin gibt es nur wenige Hallen oder Freiplätze mit funktionstüchtigen Körben in Deutschland. Wer kennt nicht die schiefen Ringe, von denen nur noch zwei oder drei Fasern des ursprünglichen Korbnetzes herunterhängen?

In den USA ist Basketball die wohl beliebteste Sportart, sie gehört mit American Football und Baseball jedoch zumindest zu den großen Drei. Dort werden die Teams allerdings auch in einer Art und Weise vermarktet, die am ehesten noch derer der großen europäischen Fußballvereine ähnelt – auf dem Basketballsektor gibt es in Europa nichts Vergleichbares.

Die Zeit der deutschen Generation um Nowitzki geht langsam vorbei – das in Amerika als „German Wunderkind“ gefeierte Ausnahmetalent hat bereits angekündigt, sich im Sommer 2009 eine Auszeit von der Nationalmannschaft zu nehmen. Andere Weggefährten wie Patrick Femerling haben ihren Rücktritt bereits erklärt, und so bleibt unter dem Strich die Erkenntnis, dass die Chance, Basketball im Zuge der Erfolge dieser Mannschaft populärer zu machen, nicht genutzt wurde.