
König Fußball – die unangefochtene Nummer 1 in Deutschland
Wie keine andere Sportart diktiert der Fußball das Leben der Deutschen. In allen Altersklassen der Gesellschaft wird die schönste Nebensache der Welt betrieben, sei es als Ausgleich zum Job oder als pure Freizeitbeschäftigung. Beinahe jeder hat schonmal selbst gespielt, nur wenige Themen werden bei der abendlichen Kneipenrunde so energisch diskutiert wie das runde Leder.
Die höheren Klassen des professionellen Fußballs in Deutschland, also die erste und zweite Bundesliga, gehören für Viele zum Wochenende wie das Salz in die Suppe. Die jüngste Spielplanumstellung kommt gerade diesen Fans entgegen. Ab der Saison 2009/2010, die am 7. August 2009 beginnt, wird der Spielplan dahingehend umgestellt, dass sich Fußballfans gerade Samstags und Sonntags ununterbrochen Spiele ansehen können.
Der Samstag beginnt mit zwei Zweitligaspielen um 13.00 Uhr. Um 15.30 Uhr folgen fünf Spiele der ersten Bundesliga sowie um 18.30 Uhr das samstägliche Topspiel im Oberhaus. Am Sonntag werden bereits um 12.30 Uhr drei Zweitligaspiele angepfiffen, je ein Bundesligaspiel folgt um 15.30 Uhr beziehungsweise 17.30 Uhr.
Insbesondere seit der 2006 in Deutschland ausgetragenen Weltmeisterschaft kennt der Fußball-Boom kaum noch Grenzen. Die damalige Euphoriewelle, die im Erreichen des dritten Platzes kumulierte, erhob die Nationalspieler endgültig zu Popstars. Gleich, ob man Internetseiten von Banken besucht oder den Fernseher einschaltet: Profis als Werbeträger sind allgegenwärtig.
Obwohl sie im Vergleich der europäischen Spitzenligen laut der UEFA-Fünfjahreswertung nur auf dem fünften Platz liegt, hat die Bundesliga den höchsten Zuschauerschnitt Europas. Zahlreiche Rivalitäten unter den Mannschaften untermalen die Beliebtheit des Sports zusätzlich: Tritt der Hamburger SV gegen Werder Bremen oder Schalke 04 gegen Borussia Dortmund im sogenannten Revierderby an, wird häufig vom „Spiel des Jahres“ gesprochen – unabhängig von den jeweiligen Tabellensituationen der Vereine.
In den letzten Jahren kam es jedoch gerade in den unteren Ligen zunehmend zu Ausschreitungen zwischen Zuschauergruppen untereinander, selbst Übergriffe von angeblichen „Fans“ auf Spieler (Wurf von Golfbällen, Laserpointer etc.) waren keine Seltenheit. Diesen Trend beobachtet der geneigte Fan mit Sorge, schließlich hat Gewalt nichts mit der Sportart zu tun. Wenn der einzige Kampf jedoch wieder auf dem Spielfeld stattfindet, ist mit keiner Abnahme der Popularität zu rechnen.
