Poker - all in!


Eine regelrecht boomende Freizeitbeschäftigung ist das gute alte Pokerspiel. Wer beim Wort Poker an in Saloons sitzende Wildwest-Cowboys denkt, die bei verlorenem Spiel ihre Colts auspacken, liegt nur bedingt richtig – heute wird das im 19. Jahrhundert erfundene Spiel vornehmlich in den sogenannten Internet-Pokerschulen sowie in Privathaushalten betrieben. Die Klassifizierung als Glücksspiel wird dem Poker dabei kaum gerecht, denn Mathe, Psychologie und Menschenkenntnis sind dem Glück an Wertigkeit mindestens ebenbürtig. So sind erfahrene Spieler durch simples Bluffen dazu im Stande, ihre Kontrahenten zu bezwingen. Dass dennoch oft Amateure Partien gegen professionelle Spieler für sich entscheiden können, macht das Ganze so spannend und erklärt auch, weshalb regelmäßig im Fernsehen Pokerturniere übertragen und auch angesehen werden.

Zur Teilnahme am Pokergeschehen sind lediglich ein Pokerkoffer, der Gang ins Casino oder ein Internetanschluss notwendig. Schon kann es losgehen – der Spieler entscheidet selbst, ob es um echtes oder um Spielgeld (abgesehen von Casinos) gehen soll. Wenngleich der echte Einsatz die Spannung erhöht, sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass beim Poker ernsthafte Sucht- und Verschuldungsgefahren bestehen. Entscheidet man sich für das Spielen um Geld, sollte man also nur das einsetzen, was man entbehren kann. Zumal es aufgrund des Glücksfaktors und der Tagesform wenig bis überhaupt nicht möglich ist, die Qualitäten eines Pokerspielers einzuschätzen. Zwar gibt es professionelle Spieler, doch auch diese haben keinerlei Garantie, eine Partie gegen jemanden zu gewinnen, der zuvor noch nie gepokert hat.

Das gesellschaftliche Bild des Spiels hat sich etwa ab den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts stark gewandelt. Zuvor als reines Glücksspiel verschrien, begann die World Series of Poker nun damit, ein anderes Bild in der Öffentlichkeit zu etablieren. Die Bereitschaft, alles auf eine Karte zu setzen (All in!), verleiht den Spielern einen gewissen Glanz und den Status als Draufgänger. Die Entwicklung des Onlinepokers erlaubt es nun praktisch jedem, diesen Beispielen nachzueifern.