Master – akademische Spezialisierung

 

Den Master schließt man an einen Bachelorstudiengang an. Ohne einen berufsqualifizierenden Abschluss kann man keinen Masterstudiengang aufnehmen. Die Regelstudienzeit liegt hier zwischen ein und zwei Jahren. Hier geht es darum, sein durch das Bachelorstudium gewonnenes Wissen entweder zu spezialisieren oder in die Breite zu erweitern. Der Master soll dem Magister oder Diplom ebenbürtig sein. Er ist ein wissenschaftlicher Studiengang, der mit einer schriftlichen Abschlussarbeit beendet wird.


Generell ist der Master nur für Absolventen gedacht, die sich beruflich spezialisieren wollen oder promovieren wollen. Das ist mit einem Bachelorgrad nämlich nur in Ausnahmefällen möglich. Gleichwohl denken viele Bachelorabsolventen, dass ihr Abschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend wert ist und fangen, um ihren Marktwert zu steigern, noch ein Masterstudium an.


Man unterscheidet zwischen konsekutiven, nicht-konsekutiven und weiterbildenden Studiengängen. Der konsekutive Masterstudiengang baut auf einen Bachelorstudiengang auf und vertieft oder erweitert ihn. Für den nicht-konsekutiven Masterstudiengang muss man nicht den dazugehörigen Bachelorstudiengang studiert haben. Bei weiterbildenden Masterstudiengängen müssen die teilnehmenden Studenten bereits Erfahrungen aus der beruflichen Praxis besitzen. Außerdem unterscheidet man zwischen forschungsorientierten und anwendungsorientierten Masterstudiengängen. Außerdem gibt es noch Masterstudiengänge für Lehramtsstudenten sowie für Kunst- und Musikstudenten.


Genau wie der Bachelor ist der Master ebenso Teil des Bologna-Prozesses, der 1999 in Gang gesetzt wurde und 2010 beendet sein soll. Gegenstand der Reform ist es die Hochschulbildung und insbesondere die Hochschulabschlüsse in den Mitgliedsländern anzugleichen. Vorteile soll dies insbesondere für Studierende haben, da so das Studium in den anderen EU-Ländern für Studenten unbürokratischer zu organisieren ist. Leistungen sollen durch ein hierfür entwickeltes Punktesystem, das sogenannte European Credit Transfer System (ECTS) vergleichbarer werden. Um einen Masterstudiengang erfolgreich abzuschließen, muss ein Student beispielsweise 90 bis 120 ECTS-Punkte durch das Besuchen von Vorlesungen und Seminaren, das Halten von Vorträgen, das Verfassen von Hausarbeiten, sowie das Bestehen von mündlichen sowie schriftlichen Prüfungen „sammeln“.

Durch die neuen Abschlüsse soll eine Internationalisierung erreicht werden, die auf europäischer Ebene funktionieren mag. Vergleicht man die EU und die USA, wo es ebenso Bachelor- und Masterstudiengänge gibt, wird jedoch ersichtlich, dass die verschiedenen Systeme nicht nach demselben Prinzip verfahren. In den USA macht beispielsweise nur ein Bruchteil der Absolventen noch einen Masterstudiengang.