
Nikotinsucht – Die Lust am blauen Dunst
Etwa 25 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland greifen täglich zum Glimmstängel, weitere vier Prozent bezeichnen sich selbst als Gelegenheitsraucher. Im Rahmen der überall auf der Welt immer strenger werdenden Rauchergesetze eigentlich ein Unding. Doch nicht nur aus gesellschaftlicher Hinsicht ist die Sucht nach dem blauen Dunst kritisch zu bewerten. Nikotin-Abhängige gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Umfeld. Der sogenannte Nebenstromrauch stellt für Nichtraucher eine große Gesundheitsgefahr dar, besonders Kinder sind hilflose Opfer ihrer rauchenden Eltern.
Grundlage der Nikotinsucht ist das Belohnungszentrum im Gehirn, das auf freudige Erlebnisse, den Genuss von Schokolade oder Kuscheleinheiten mit dem Partner mit der Ausschüttung bestimmter Botenstoffe reagiert. Auch beim Rauchen werden spezielle Rezeptoren im Gehirn gereizt. Es entsteht ein Gefühl von Anregung, Entspannung und Freude. Der Griff zur Zigarette ist also so etwas wie eine Belohnung für den Raucher. Im Laufe der Jahre entwickelt sich ein Suchtgedächtnis. Der Raucher glaubt, ohne Zigaretten diese positiven Gefühle nicht mehr erleben zu können und greift immer wieder zur Zigarette.
Nikotin zählt zu den am schnellsten süchtig machenden Substanzen. Es hat ähnliche psychoaktive Wirkungen wie „harte“ Drogen, beispielsweise Kokain. Neben dem eigentlichen Nikotin enthält eine Zigarette eine Vielzahl weiterer Stoffe, die den Suchteffekt verstärken. So werden von den Herstellern etwa Aromastoffe sowie Zucker, Harnstoff und Ammoniak zugesetzt. Folglich wird der Rauch länger inhaliert. Zudem wird der eigentlich unangenehme Tabakgeruch überdeckt und der Hustenreiz unterdrückt.
Die gesundheitlichen Folgen der Nikotinsucht sind enorm. Die häufigste Folge einer jahrelangen Nikotinsucht sind Herz-Kreislauferkrankungen, von der sogenannten „Schaufensterkrankheit“, Durchblutungsstörungen hin zum Herzinfarkt. Auch Krebserkrankungen treten bei Rauchern prozentual häufiger auf als bei Nichtrauchern. Raucher haben allgemein eine viel niedrigere Lebenserwartung als Nichtraucher. Dazu kommen die fahle Haut, schlechter Atem und das ständige Gefühl, gesellschaftlich geächtet zu sein.
Aus all diesen Gründen beschließen jedes Jahr wollen viele Leute mit dem Rauchen aufhören und das Laster endgültig ad acta zu legen. Während die einen von heute auf morgen aufhören, beschließen die anderen am Silvesterabend für immer von Zigaretten zu lassen. Sicherlich gehört der Rauchstopp zu den schwersten Tätigkeiten, denen ein Mensch sich stellen kann. Doch die Industrie bietet eine bereite Palette an Hilfsmitteln: Nikotinpflaster, -tabletten und -sprays, Akupunktur, Hypnose oder Allan Carrs Aufhörmethode. Sie alle funktionieren aber nur, wenn der Wille zum Aufhören vorhanden ist.
